Messermachen

Seitdem ich schon vor mehreren Jahren auf einem Burgspektakel einen Messermacher kennengelernt habe, war ich von diesem Kunsthandwerk begeistert. Getreu dem japanischen Sprichwort: „Ein Mann ohne Messer ist ein Krüppel“ wollte ich mein eigenes Messer. Da ich mich den Produkten von der Stange noch nie anfreunden konnte, und mir die Unikate diverser Messermacher zu preisintensiv waren, beschloss ich selbst ein Messer zu machen. Seit 2009 habe ich nun so das eine oder andere Messer selbst gefertigt, wobei ich fast ausschließlich handgefertigte Damastklingen hierfür verwendet habe. Fakt ist: Ich komme von der Messerbastelei nicht mehr los!

Anfangs habe ich mich nur auf das Gestalten des Messergriffes konzentriert. Verwendet wurden dabei Edelhölzer wie Ebenholz, Palisander und Wüsteneisenholz sowie diverse Wurzelhölzer wie zum Beispiel Thuja oder Amboina. Weiterhin habe ich auch Materialien wie Elch- oder Rentierhorn sowie Kuh- und Giraffenknochen bei der Herstellung der Messergriffe verwendet.


Im Mai 2010 war es dann soweit. Nachdem mir meine Frau im Dezember 2009 zu meinem 30. Geburtstag einen Gutschein über ein Damastmesser-Schmiedekurs geschenkt hatte, konnte ich unter Anleitung von Peter Abel ( www.lindenschmiede.de ) mein erstes eigenes Damastmesser schmieden. Jedem der glaubt, dass dies an einem Tag erledigt sei, sei gesagt, dass ich 3 Tage an diesem Messer gearbeitet habe. Ich wusste dass es sehr aufwändig ist Damaststahl herzustellen, dass aber so langwierig ist, hätte selbst ich nicht vermutet. Entstanden ist unten abgebildetes Messer, welches beim Pilzesuchen und sonstigen Outdooraktivitäten zu meinem treuen Begleiter geworden ist.






























Aus einem 5-lagigen Stahlpaket ( 1.2842er Manganstahl und Ck60 Kohlenstoffstahl ) wurde durch 3-maliges Ausschmieden ( jeweils mehrere Vorgänge, nach den ermüdenden Hammschlägen aber der 2.ten Faltung mittels Lufthammer ) und Falten des Stahles eine insgesamt 125-lagige Rohklinge geschmiedet. Da diese zu hart zur weiteren Bearbeitung war, wurde sie in einem Härteofen über Nacht weichgeglüht. Danach erfolgte der Zuschnitt und das Herausarbeiten der Klinge unter Einsatz von Winkelschleifer, Bandsäge und Bandschleifer. Als nächstes wurde die Klinge wieder auf 850 Grad Celcius erhitzt und danach in Öl gehärtet. Um eine Gebrauchshärte herzustellen wurde die Klinge bei ca. 220 Grad Celcius für 2 Stunden angelassen. Um das Damastmuster des Stahls zum Vorschein zu bringen wurde die Klinge in heißer Schwefelsäure geätzt. Dann erfolgte noch die Montage der Amboinagriffschalen und der Feinschliff sowie das Ölen des Griffholzes.